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Binance reserviert 6,34 Milliarden Dollar für Verluste durch Sicherheitsvorfall und strebt Auszahlungsstart am 1. November an

Richard Teng zufolge baut Binance seinen Auszahlungsdienst neu auf und bereitet aktualisierte Reservenachweise vor. Ermittler haben unterdessen weitere beim Angriff genutzte Zugangswege identifiziert.

Binance hat mehr als 6,34 Milliarden US-Dollar aus eigenen Mitteln zur Deckung der Verluste durch seinen Sicherheitsvorfall vorgesehen. Das erklärte Co-CEO Richard Teng in einer Videoansprache.

Teng zufolge lagen rund 5 Milliarden US-Dollar bereits in denselben Vermögenswerten vor, die bei dem Angriff entwendet wurden, darunter USDT, USDC, Bitcoin, Ether und BNB. Die verbleibenden Vermögenswerte beschafft die Börse durch Marktkäufe und außerbörsliche Transaktionen.

Die Mittelzuweisung ist eine Finanzierungszusage zur Deckung des Vorfalls und keine neue Schätzung des gestohlenen Betrags. Die zuvor von Binance genannte Verlustschätzung liegt weiterhin bei rund 6,3 Milliarden US-Dollar.

Auszahlungsdienst wird neu aufgebaut

Binance hofft, Auszahlungen bis Sonntag, den 1. November, wiederherzustellen. Teng erklärte, der Auszahlungsdienst werde neu aufgebaut und erst nach Abschluss der Tests wieder starten. Das Datum ist daher ein Zieltermin und kein bestätigter Wiedereröffnungstermin.

Die Börse plant außerdem, bis Montag, den 2. November, einen aktualisierten Proof of Reserves zu veröffentlichen. Vorläufige Informationen könnten bereits früher vorliegen.

Laut Teng gehörten die gestohlenen Vermögenswerte Binance und befanden sich in der Hot-Wallet-Infrastruktur der Börse. Kundengelder seien nicht betroffen gewesen, und die meisten Kundenvermögenswerte hätten sich weiterhin in Cold Storage befunden. Diese Aussagen geben die Darstellung der Börse während ihrer noch laufenden Untersuchung wieder.

Ermittler entdecken weitere Zugangswege

Binances erste Erklärung verwies auf den kompromittierten Laptop eines DevOps-Ingenieurs, der Zugang zu einem internen Dienst und das Einreichen unbefugter Auszahlungen ermöglicht habe.

Teng beschrieb in seinem Update einen umfassenderen Angriff. Die Ermittler gingen von mehreren beteiligten Angreifern aus und hätten weitere Zugangswege identifiziert.

Er erklärte außerdem, die Angreifer hätten Mechanismen eingesetzt, die ihre Werkzeuge und Spuren während des Eindringens löschten. Binance überprüft die Sicherheit von Mitarbeitercomputern, Cloud-Infrastruktur und Systemen zur Transaktionssignierung. Ein abgeschlossener technischer Untersuchungsbericht wurde noch nicht veröffentlicht.

Verlustschätzungen bleiben über 6 Milliarden Dollar

Neben Binances Schätzung von rund 6,3 Milliarden US-Dollar beziffert TRM Labs den gestohlenen Betrag auf 6,36 Milliarden US-Dollar und Elliptic auf 6,43 Milliarden US-Dollar. Das geht aus den im Update genannten Zahlen hervor.

Nach diesen Schätzungen wäre der Vorfall etwa viermal so groß wie der Diebstahl von 1,5 Milliarden US-Dollar bei Bybit im Februar 2025.

Berichten zufolge wurden mit Unterstützung von Partnern, darunter den Stablecoin-Emittenten Tether und Circle, betroffene Vermögenswerte im Wert von rund 3 Milliarden US-Dollar eingefroren. Eingefrorene Gelder sind weiterhin von Vermögenswerten zu unterscheiden, die erfolgreich zurückgeholt und an Binance zurückgegeben wurden.

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