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Bristol-Studie: Glücksspielwerbung trotz Trikotverbots in der Premier League weiterhin weit verbreitet

Glücksspielbotschaften ohne Sponsoring-Einspieler gingen gegenüber dem Dreijahresdurchschnitt um 10,5 % zurück. Markenpräsenz auf Ärmeln und Trainingskleidung nahm hingegen stark zu.

Das Verbot von Glücksspiel-Sponsoring auf der Trikotvorderseite in der Premier League hat die meisten der betroffenen Markenplatzierungen beseitigt. Wettwerbung bleibt in Fußballübertragungen jedoch weit verbreitet, wie eine Untersuchung der University of Bristol zeigt.

Die Forschenden erfassten am Auftaktwochenende der Saison 2026/27 insgesamt 15.571 Glücksspiel-Werbebotschaften, davon 11.205 während sieben Live-Spielübertragungen. Glücksspielmarken waren insgesamt fünf Stunden und 16 Minuten sichtbar, fast ein Fünftel der untersuchten Live-Berichterstattung. 

Die Ergebnisse verdeutlichen die Grenzen einer freiwilligen Beschränkung, die die Vorderseite der Spieltrikots erfasst, Anbietern aber weiterhin Sichtbarkeit auf Ärmeln, Trainingskleidung und Stadionwerbung ermöglicht.

Was der Rückgang um 10,5 % misst

Die Angabe von 10,5 % bezieht sich ausdrücklich auf Glücksspielbotschaften in Live-Spielübertragungen ohne Sponsoring-Einspieler, verglichen mit dem Durchschnitt der Auftaktwochenenden der drei vorangegangenen Spielzeiten.

Auf dieser Grundlage sank die Zahl der Botschaften von einem jährlichen Durchschnitt von 11.715 im Zeitraum 2023-2025 auf 10.484 im Jahr 2026. Einschließlich der Sponsoring-Einspieler war der Rückgang größer: Die Gesamtzahl der Botschaften in Live-Spielübertragungen fiel um 35,9 %, von durchschnittlich 17.490 auf 11.205.

Ein großer Teil dieses Gesamtrückgangs entfiel auf Sponsoring-Einspieler, deren Zahl um 87,5 % sank. Diese Platzierungen fielen nicht unter die Trikot-Sponsoringbeschränkung. Den gesamten Rückgang dem Verbot zuzuschreiben, wäre daher irreführend. 

Marken bleiben an anderen Stellen stark präsent

Glücksspielbotschaften auf der Trikotvorderseite gingen gegenüber dem Durchschnitt der drei vorangegangenen Spielzeiten um mehr als 99 % zurück. Botschaften auf Ärmeln und Trainingskleidung nahmen dagegen um rund 363 % zu. Auch vollständig belegte elektronische Werbebanden am Spielfeldrand wurden häufiger eingesetzt. 

Auf Werbebanden am Spielfeldrand entfielen 72 % der Glücksspielbotschaften während der Spiele. Die Begegnung von Newcastle United gegen Liverpool verzeichnete mit 2.702 Botschaften den höchsten Wert, im Durchschnitt mehr als zwölf pro Minute. Glücksspielmarken waren während fast 41 % dieser Übertragung zu sehen.

Die umfassendere Untersuchung erfasste alle Premier-League-Spiele, die vom 21. bis 24. August im Vereinigten Königreich live übertragen wurden, jeweils 15 Stunden Sky Sports News und TalkSport sowie Social-Media-Aktivitäten großer Glücksspielmarken. Die Ergebnisse beschreiben somit die Werbepräsenz an einem untersuchten Auftaktwochenende und nicht während der gesamten Saison. 

Parlamentarier fordern strengere Beschränkungen

Die Ergebnisse wurden am 21. Oktober der All-Party Parliamentary Group for Gambling Reform vorgestellt. Ihr Co-Vorsitzender, der Abgeordnete Sir Iain Duncan Smith, forderte eine strengere staatliche Regulierung.

Die Premier League verteidigte ihren Ansatz und erklärte, sie sei die erste britische Sportliga, die Glücksspiel-Sponsoren freiwillig von den Trikotvorderseiten entfernt habe. Sie bezeichnete die Beschränkung als Teil eines umfassenderen Maßnahmenpakets zum Schutz von Kindern und gefährdeten Personen. Die Vereinbarung wurde 2023 geschlossen und trat zur Saison 2026/27 in Kraft. 

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