Oct 9, 2026 · 4 Min. Lesezeit
Die neue DGJA ersetzt die bisherige DCJA und erhält Zuständigkeiten für landbasiertes und Online-Glücksspiel. Alle Anbieter auf dem dominikanischen Markt müssen über die entsprechende Genehmigung verfügen.
Die Dominikanische Republik hat mit dem Gesetz 86-26, das am 2. Oktober im Amtsblatt veröffentlicht wurde, eine neue Glücksspielbehörde mit Zuständigkeit für landbasiertes und Online-Glücksspiel geschaffen.
Das Gesetz errichtet die Dirección General de Juegos de Azar, kurz DGJA, als autonome und dezentralisierte staatliche Einrichtung, die dem Ministerium für Finanzen und Wirtschaft zugeordnet ist.
Die DGJA ersetzt die bisherige Dirección de Casinos y Juegos de Azar und bündelt die Aufsicht über Casinos, Wettbüros, Lotterien und digitale Glücksspielplattformen unter einem einheitlichen Regulierungsrahmen.
Gesetz 86-26 ist die erste umfassende Glücksspielgesetzgebung des Landes, die traditionelle und digitale Angebote innerhalb derselben rechtlichen Struktur erfasst.
Online-Glücksspiel fällt ausdrücklich unter die Aufsicht der DGJA
Das Gesetz umfasst ausdrücklich Glücksspiele und Wetten, die über Websites, Mobilgeräte, digitale Plattformen und andere elektronische Kanäle angeboten werden.
Online-Glücksspiel darf nur von juristischen Personen mit der entsprechenden Betriebslizenz angeboten werden.
Damit ist die DGJA unmittelbar für die Zulassung und Beaufsichtigung von Online-Anbietern zuständig, die sich an den dominikanischen Markt richten. Unter dem bisherigen System wurde Internetglücksspiel vor allem durch Verwaltungsbeschlüsse geregelt.
Zu den Befugnissen der Behörde gehören die Lizenzvergabe, die Führung von Betreiberregistern, die Durchführung von Inspektionen, die Anforderung von Finanz- und Betriebsinformationen sowie Maßnahmen gegen nicht genehmigtes Glücksspiel.
Sie übernimmt außerdem Aufgaben im Zusammenhang mit Kontrollen zur Geldwäschebekämpfung und der umfassenderen Überwachung der Regelkonformität.
Gesetz führt Anforderungen zum Spielerschutz ein
Gesetz 86-26 führt ausdrückliche Anforderungen an verantwortungsvolles Glücksspiel und den Schutz Minderjähriger ein.
Anbieter müssen überprüfen, ob ihre Kunden das gesetzliche Mindestalter erreicht haben, und Beschränkungen einhalten, die verhindern sollen, dass Glücksspielangebote und Werbung auf Personen unter 18 Jahren ausgerichtet werden.
Der umfassendere Rahmen behandelt außerdem verantwortungsvolles Glücksspiel, Betrugsprävention, Kundenschutz und Maßnahmen zur Erkennung problematischen Spielverhaltens.
Werbung und Verkaufsförderung gehören damit neben Lizenzierung und Besteuerung zu den Regulierungsaufgaben der neuen Behörde.
Für Online-Anbieter geht die Einhaltung der Vorschriften über den Besitz einer Lizenz hinaus und umfasst die laufende Aufsicht über ihre Systeme, Kunden und Geschäftspraktiken.
Bestehende Anbieter gehen in eine Übergangsphase
Unternehmen, die bereits legal in der Dominikanischen Republik tätig sind, werden durch Übergangsbestimmungen in den neuen Rahmen überführt.
Bestehende Anbieter haben zwölf Monate Zeit, sich im einheitlichen Glücksspielregister des Landes einzutragen. Unternehmen mit Genehmigungen nach dem bisherigen System müssen sich an die neue Lizenzstruktur anpassen.
Die Regierung muss außerdem Durchführungsverordnungen erlassen, die weitere praktische Einzelheiten des neuen Systems festlegen.
Während des institutionellen Übergangs werden bereits eingereichte Anträge und Regulierungsakten in die neue Struktur übernommen, statt automatisch aufgehoben zu werden.
Die bisherige Behörde wird somit ersetzt, ohne dass bestehende Anbieter während der Herstellung der vollen Betriebsfähigkeit der DGJA aus der Aufsicht herausfallen.
Quico Tabar zum kommissarischen Direktor der DGJA ernannt
Präsident Luis Abinader ernannte Teófilo José Abrahán Leo "Quico" Tabar Manzur durch Dekret 684-26 zum kommissarischen Leiter der DGJA.
Tabar wurde am 5. Oktober von Finanz- und Wirtschaftsminister Magín Díaz offiziell vereidigt.
Er koordinierte zuvor den Prozess zur Überführung des Glücksspielsektors des Landes in einen regulären Rechtsrahmen und bleibt weiterhin Verwalter der staatlichen Lotterie.
Zu seiner bisherigen Arbeit gehörten Bemühungen, Wett- und Lotterieverkaufsstellen in den regulären Rechtsrahmen zu überführen. Damit verfügt er über Erfahrung mit einer der zentralen Herausforderungen der neuen Behörde.
Die DGJA übernimmt nun einen deutlich umfassenderen Auftrag.
Statt einen von stationären Casinos und Wettannahmestellen geprägten Markt zu beaufsichtigen, wird die Behörde einen Rahmen überwachen, in dem Internetglücksspiel neben traditionellen Angeboten ausdrücklich anerkannt, lizenziert und kontrolliert wird.
Für iGaming-Unternehmen, die dominikanische Spieler bedienen, bedeutet dies in der Praxis, dass eine lokale Lizenz und die fortlaufende Einhaltung der DGJA-Vorgaben zu zentralen Anforderungen des neuen Regulierungsmodells werden.
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